08 Am Anfang war das Wasser

Von der Stadtgründung bis heute war Wasser immer Lübecks Lebenselexier. Nicht nur das Hochwasser, das alljährlich von der Ostsee bei starkem Ostwind in die Trave drückt, auch die Ausflugsschiffe rund um die Altstadt und herrliche Strandtage in Travemünde erinnern die Lübecker stets daran, warum sie so nah am Wasser gebaut haben.

Zeitraum: seit 1143
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Zeitzeugen: Hafen Lübeck und Travemünde

Vor allem das positive Le­bensgefühl, die Nähe zum Meer und die damit verbunde­ne Freiheit und Lebensqualität sind allgegenwärtig. Die Altstadtinsel bietet einen optimalen Standort als Binnen- und Seehafen. Die Verbindung zum Meer und ins Hinterland war im Mittelalter der Grundstein für Lübecks steile Karriere als „Tor zur Ostsee“ und mächtige „Königin der Hanse“. Han­delswege nach Skandinavien, ins Baltikum, nach Russland und in die Nordsee standen ihr offen. Die stolzen Kauf­mannshäuser, das Seefahrerviertel rund um St. Ja­kobi, die alten Salzspeicher, das Holstentor und der Museumshafen mit seinen liebevoll restaurierten Traditionsseglern erinnern an den Reichtum und die Er­folgsgeschichte längst vergangener Zeiten.  Auch heute spielt die Hansestadt eine große Rolle als Drehscheibe im Wirtschaftsraum Ostsee. Lübeck-Travemünde ist der größte deutsche Ost­seehafen und bietet pro Woche mehr als 100 Ab­fahrten zu 24 Partnerhäfen rund um die gesamte Ostsee. Sein Geheimrezept ist die direkte Anbin­dung an Autobahn, Schiene und Europas Binnen­wasserstraßennetz über den Elbe-Lübeck-Kanal.

St. Jakobi © Katharina Krause

Travemünde und Lübeck gehören zusammen wie die Schiffe und das Meer. Wenn auch nicht ganz freiwillig, denn Lübeck kaufte das 24 Flusskilometer entfernte kleine Fischerdorf im Jahr 1329 einfach auf. Zu groß war die Angst der Lübecker Kaufleute, als Hafen und Handelsmetro­pole vom Zugang zur Ostsee abgeschnitten zu wer­den. Wenn die Travemünder auch keinen eigenen Seehandel treiben durften und von Lübeck aus an der kurzen Leine gehalten wurden, so waren sie als Vorhafen für die Hansestadt doch von großer Be­deutung. Eine Festung schützte die Travemündung gegen feindliche Angriffe, die schwer beladenen Handelsschiffe wurden für ihre Weiterfahrt nach Lübeck „geleichtert“ und ein Leuchtturm wies den Seeleuten seit 1539 den sicheren Weg. 1802 begann dann die eigene Erfolgsgeschichte Travemündes, als dort das drittälteste Seebad Deutschlands gegrün­det wurde und sich fortan Badegäste aus nah und fern im Wasser tummelten.

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07 Selbst ist die Kauffrau Alte Salzspeicher und Nosferatu 09