15 Lübeck als Spätzünder

Die Industrialisierung erreicht die Hansestadt - Lübeck war ein Spätzünder, zumindest in puncto Industrialisierung. Erst im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts begann der Wandel von der alten Handelsmetropole zur Industriestadt.

Zeitraum: 1870er-1980er Jahre
Wahrheitsgehalt:
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Zeitzeugen: Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk

Die Eisenbahnstrecke nach Hamburg wurde ausgebaut, die Gewerbefreiheit eingeführt, erste Industriebetriebe siedelten sich an, der Hafenausbau ging voran und der Elbe-Lübeck-Kanal wurde gebaut. Von 1867 bis 1910 stieg die Einwohnerzahl rasant von 44.000 auf 116.000 an und machte Lübeck zur Großstadt. 1907 nahm das Hochofenwerk in Herrenwyk seinen Betrieb auf und gehörte lange Zeit zu den bedeutendsten Arbeitgebern der Stadt.

Ganze 74 Jahre prägten die Hochöfen das Gesicht des Traveufers. Der Lebensrhythmus der Arbeiter und ihrer Familien wurde durch die durchdringend tönende Werkssirene bestimmt. Rund um die Uhr wurde im Schichtbetrieb gearbeitet, in den Hochöfen wurden Hüttenzement und Roheisen produziert. Allein während des Ersten Weltkrieges schufteten über 1.400 Arbeiter in der Hütte, im Zweiten Weltkrieg produzierten Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene überwiegend für die Rüstungsindustrie. 1981 meldete das Unternehmen schließlich Konkurs an. Noch heute sind die Spuren dieser Zeit im Industriemuseum Herrenwyk zu finden.

Aufgrund der spät einsetzenden Industrialisierung in Lübeck bewahrte sich die Stadt den einzigartigen Charakter einer hanseatischen Hafenstadt.

GollanHallen © Kulturwerft Gollan

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