22 Zu viel des Guten

Wer im Mittelalter alt, krank oder gebrechlich war und eines der begehr­ten Betten im Heiligen-Geist-Hospital ergattern wollte, musste im Voraus sein Begräbnisgeld zahlen und eine Truhe, 6 Stück Essgeschirr und sau­beres Bettzeug mitbringen.

Zeitraum: 1263-1970
Wahrheitsgehalt:
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Zeitzeugen: Heiligen-Geist-Hospital

Bei Eintritt in das Hospital verpflichtete man sich zu einem Leben in Armut, Gehorsam und Keuschheit und versprach, siebenmal am Tag für die frommen Stifter zu beten. Dafür erhielten die Bewohner ein Dach über dem Kopf, Lebensmittel und seit dem 17. Jahrhundert acht Mal im Jahr ein warmes Bad. Weithin berühmt sind die erst 1820 errichteten und heute noch erhaltenen Holzverschläge („Kabäuschen“) im Langhaus, die bis 1970 bewohnt wurden und heute noch besichtigt werden können. Bis zum Einbau der Kabäuschen schliefen Männer und Frauen strikt getrennt in zwei Bettenreihen. Als Verpflegung wurden täglich auch bis zu acht Liter Bier ausgegeben. Das war für manche der Bewohnerinnen dann doch zu viel des Guten und man sagt, dass sie das überschüssige Gebräu heimlich für ein paar Pfennige auf dem Markt verkauften.

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