29 Das Herz der Stadt

Von Märkten und Menschen - Stimmengewirr und Hufgetrappel, Gewürze und Spezialitäten aus aller Herren Länder, Schlachtvieh, lebendig oder bereits zum Verzehr zubereitet, bunte Tücher und edle Stoffe: Händler boten in über 300 Buden auf dem Markt ihre Waren feil und machten ihn zum größten und einzigen Einkaufszentrum Lübecks, quasi zum Hot Spot des Mittelalters, denn Kaufgeschäfte waren im 12. und 13. Jahrhundert nur auf dem Markt erlaubt.

Zeitraum: seit dem 12. Jahrhundert
Wahrheitsgehalt:
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Zeitzeugen: Markt und Rathaus

Somit war der Markt seit jeher zentraler Treffpunkt am Fuße des Rathauses und pulsierendes Herz der Stadt.

Mitten auf dem Markt steht der Kaak, der als Gerichtslaube und Pranger der mittelalterlichen Stadt genutzt wurde. Im Nordosten des Marktes schließt sich im Winkel eines der schönsten Rathäuser Deutschlands an. Es zählt zu den bekanntesten Bauwerken der Backsteingotik und gleicht mit seiner großen Schauwand, den kleinen Schmuckbalkonen und den drei Türmchen einem mittelalterlichen Märchenschloss. Errichtet wurde es um 1240 und wurde in den folgenden Jahrhunderten mehrfach umgebaut und erweitert. So entstanden der Hansesaal, in dem einst die Hansetage abgehalten wurden, und das Danzelhus für gesellschaftliche Treffen. In der Renaissance-Laube des Rathauses in den Arkaden tagte damals das sogenannte Niedergericht unter freiem Himmel und viermal im Jahr verlas das Gericht städtische Verordnungen – Anwesenheit war Bürgerpflicht. Der Ratskeller in den Kellergewölben des Rathauses ist einer der ältesten in Norddeutschland und diente damals wie heute als geselliger Treffpunkt der Stadt und ihrer Honoratioren. Noch heute erfüllt das Rathaus seine Aufgabe als Verwaltungssitz und Tagungsort der Bürgerschaft sowie des Senats der Hansestadt.

Rathaus zu Lübeck © Uwe Freitag

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