35 Sieben auf einen Streich

Von vielen Generationen erbaut, geliebt, bewundert und bestaunt, prägen sie die Stadtsilhouette mehr als alles andere: die sieben Türme Lübecks. Fünf Hauptkirchen auf der Altstadtinsel sind Zeitzeugen gelebter Geschichte, denn stets waren mehrere Generationen damit beschäftigt, Backstein auf Backstein zu schichten oder mit Seilzügen fast akrobatisch in und zwischen den Türmen zu balancieren, um die Arbeiten zu verrichten.

Zeitraum: seit 1173
Wahrheitsgehalt:
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Zeitzeugen: 5 Hauptkirchen der Altstadtinsel mit insgesamt 7 Türmen

Fragen wir uns heute oft, wie und wo wir zu Gott finden können, war die Antwort im Mittelalter ganz einfach: in den Kirchen. Bedenkt man, wie beengt, karg und dunkel die eigenen Wohn- und Lebensverhältnisse fast immer waren, so müssen das Staunen und die Ehrfurcht beim Betreten der Kirchen riesig gewesen sein.

Ein kleiner Überblick über den Kirchendschungel Lübecks: Der Dom war und ist Bischofssitz, St. Marien war die Ratskirche und gilt als Mutter der Backsteingotik im Ostseeraum, St. Petri wurde als Kirche der Fischer erbaut. Sie ist heute aus der Kultur- und Wissenschaftsszene Lübecks nicht mehr wegzudenken. In St. Jakobi, der Seefahrerkirche, und St. Aegidien, der Kirche der Handwerker und Ackerbürger, begann die Reformation in der Hansestadt. Zornige Bürger erhoben im Advent 1529 ihre Stimmen und sangen lutherische Lieder, quasi eine friedliche Revolution. Die Lübecker kämpften für ihr Recht, lutherische Schriften zu lesen und gegen die katholische Predigt. Gemeinsam schwoll ihr Protest an, hallte von den Wänden wider und brachte selbst die Priester zum Schweigen. Dieser Mut und Gemeinschaftssinn haben sich ausgezahlt, denn der Lübecker „Singekrieg“ ging als beispielhaftes Ereignis in die Geschichtsbücher ein. Aus Angst vor ausbleibenden Steuergeldern erlaubte die Lübecker Obrigkeit schließlich die reformatorischen Schriften. Kurz darauf sandte Martin Luther seinen Freund Johannes Bugenhagen in die Hansestadt - an Pfingsten 1531 verkündete der Stadtrat die „Der Kaiserlichen Stadt Lübeck Christliche Ordnung“. Der Grundstein des evangelischen Glaubens in Lübeck war gelegt.

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Historisches Ereignis:
1529

Lübecker Singekrieg – 1531 Einführung der neuen Kirchenordnung

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