38 Ein teuflisch guter Plan

Als die Lübecker ihre Marienkirche errichteten, kam der Teufel des Weges und fragte, was sie denn da bauten. „Ein prunkvolles Wirtshaus“, so ihre Antwort, denn sie wollten den Teufel natürlich nicht verärgern, indem sie ihm von dem neuen Gotteshaus erzählten.

Zeitraum: um 1220
Wahrheitsgehalt:
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Zeitzeugen: Teufel von St. Marien

Der freute sich: „Ein Wirtshaus, ein Ort von Laster und Trunk!“. Nun schien der Teufel ein wahrlich guter Baumeister zu sein und half den Lübeckern beim Bau der Marienkirche. Doch je weiter der Bau voranschritt, umso mehr dämmerte es dem Teufel, dass er betrogen worden war. Da nahm er wütend einen riesigen Stein, um die Marienkirche wieder zu zerstören. Die Lübecker flehten ihn an, die Kirche zu verschonen, und versprachen ihm, direkt nebenan ein Wirtshaus zu bauen, den Ratskeller. Das gefiel dem Teufel, er willigte ein und ließ den riesigen Stein dicht neben der Kirche fallen. Dort liegt er auch heute noch und auf ihm sitzt verschmitzt lächelnd ein kleiner Teufel aus Bronze, geschaffen von dem Bildhauer Rolf Goerler und gestiftet von dem Ratskellermeister Joachim Berger im Jahr 1999. Tipp: Das Berühren der Hörner bringt Glück!

Teufel St. Marien © Liv Jonna Wauer

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