43 Wie geht’s uns denn heute?

Gesundheit im Fokus - Beichte, Buße und Gebet waren im Mit­telalter das Allheilmittel gegen Krankheit und Tod. Wer krank wurde, war selbst schuld, denn Krankheit galt als Strafe Gottes für sündi­ges Leben. Ohne Medikamente und ärztliche Versorgung lag das Schicksal der Menschen allein in Gottes Hand und oftmals über­nahmen Nonnen und Mönche die Pflege der Kranken.

Zeitraum: seit dem 13. Jahrhundert
Wahrheitsgehalt:
  1.  
  2.  
  3.  
  4.  
  5.  
Zeitzeugen: Heiligen-Geist-Hospital, UKSH Lübeck

So auch in Lübeck im Heiligen-Geist-Hospital, das 1286 von gottesfürchtigen Kaufleuten gestiftet wurde. Die erschwingliche Behandlung medizinischer Probleme war meist Sache des Baders, der im sogenannten Badehaus für Sitzbäder und Massagen und auf Wunsch auch für Haarschnitt und Rasur seiner Gäste sorgte. Neben dem damals allseits beliebten Aderlass gehörten das Schröpfen, die Behandlung von Geschwüren, ausgerenkte und gebrochene Knochen, Zahnprobleme und Wundversorgung zu seinem mehr oder weniger erlernten Handwerk. Lübeck konnte um 1300 mit rund 16 Badehäusern aufwarten. Ein Zeichen für besondere Reinlichkeit, viele Krankheitsfälle oder einfach nur Lust an nackten Tatsachen. War man in Lübeck unheilbar krank und litt an Lepra oder dergleichen, wurde man in ein Siechenhaus vor den Toren der Stadt verbannt. Vorher wurde dem Todgeweihten noch eine Messe gelesen, dann überließ man ihn seinem Schicksal. Auch psychisch Kranke lud man vor dem Burgtor und dem Mühlentor einfach ab und steckte sie in sogenannte Tollkisten. Dieser menschenunwürdige Umgang mit Krankheit und Tod ist zum Glück nur noch eine traurige Erinnerung an das Mittelalter. Im Laufe der Jahrhunderte bildete sich ein modernes und verantwortungsbewusstes Gesundheitswesen heraus. Mit dem UKSH verfügt Lübeck heute gemeinsam mit Kiel über das zweitgrößte Universitätsklinikum Deutschlands.

Hier zu finden

42 Gestatten: Schlözer, Rodde-Schlözer Fragwürdige Arznei 44