49 Ich glaub mein Schwein pfeift!

Schweine waren aus dem mittelal­terlichen Lübeck nicht wegzudenken, obwohl der Gestank in den Häusern und Straßen unerträglich war. Sie fraßen al­les, was ihnen zwischen die Hauer kam und beseitigten so immerhin einen Teil des Unrats in den Gassen.

Zeitraum: 12.-16. Jahrhundert
Wahrheitsgehalt:
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Zeitzeugen: Lübisches Recht

Die Stadt war zwar durch die Konzentration von Handel und Gewerbe gekennzeichnet, in Lübeck lebten und wirtschafteten jedoch auch zahlreiche sogenannte Ackerbürger. An den Stadträndern, nahe der Befestigungsmauer oder unmittelbar davor bewirtschafteten sie Äcker, hielten Vieh und trugen damit erheblich zur Versorgung der städtischen Bevölkerung mit Nahrungsmitteln bei. Auch viele Handwerker hielten Kleinvieh wie Hühner und Gänse sowie Schweine und Ziegen, dies allerdings lediglich zur Sicherung des Lebensmittelbedarfs der eigenen Familie. Leider machte offenbar manch Schwein auch vor menschlichen Leckerbissen nicht halt. So ließ sich ein Handwerker vom Rat der Stadt beschei­nigen, dass sein Ohr von Schweinen abgefressen wurde, als er - vermutlich betrunken - nachts in den Straßen lag, und dass es sich bei dem fehlenden Ohr nicht um die damals übli­che Leibstrafe für Diebstahl handelte.

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