56 Von der Erfindung der Zeit

Warum lübsche Uhren anders ticken - Wie anders wären unsere Tage, wenn wir all unsere Termine planen würden „nachdem der Hahn gekräht hat“, „in der größten Mittagshitze“ oder „nach Sonnenuntergang“. Was sich sehr nach der neuesten Erfindung eines Entschleunigungsforschers anhört, war für die Lübecker noch im Mittelalter ganz alltäglich.

Zeitraum: Zeit ist relativ
Wahrheitsgehalt:
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Zeitzeugen: Uhr von St. Jakobi

Das Tagwerk richtete sich nach der Natur, die Menschen erlebten die Zeit nicht als etwas Lineares, etwas Voranschreitendes, sondern betrachteten sie als einen ewigen Kreislauf.

Die wohl bekannteste Zeitzeugin der Entwicklung der Zeitmessung ist die Turmuhr von St. Jakobi, die nämlich nur einen Zeiger hat. Zwei Erklärungsansätze sind für ihre Entstehung denkbar: Der eine besagt, dass sich damals die Tore der Stadt für die Schiffer um punkt sechs Uhr schlossen und dank der Uhr konnten die Seemänner die Zeit auch von weitem erkennen. Die andere Erklärung ist, dass die Uhr mit dem einen Zeiger, gleich einer Sonnenuhr, an die Langsamkeit erinnern soll.

Gelassenheit © LTM - A.Ritter

Und diese Botschaft ist auch heute noch gültig: Man sollte sich viel mehr Zeit nehmen, die Königin der Hanse und die schönste Tochter, das Seebad Travemünde, zu genießen und ganz unvoreingenommen die Schönheit auf sich wirken zu lassen. Einfach mal durch die Gänge und Höfe schlendern, die Kulturvielfalt Lübecks genießen oder bei einem Glas Wein und guten Freunden an der Obertrave einen langen Abend verbringen. Gelassenheit kommt von (sich Zeit) lassen.

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