65 Platz ist in der kleinsten Bude

Früher gab es rund 180 Wohngänge auf der Altstadtinsel, aktuell sind es immer noch etwa 80. Die liebevoll restaurierten Gänge mit ihren charmanten Häusern sind heutzutage an Idylle kaum zu übertreffen, aber das war nicht immer so.

Zeitraum: seit dem 14. Jahrhundert
Wahrheitsgehalt:
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Zeitzeugen: über 80 Gänge auf der Altstadtinsel

Entstanden sind sie zum Anfang des 14. Jahrhunderts aus purem Platzmangel, denn der Handel in der Stadt blühte auf und die Bevölkerungszahl explodierte förmlich. Da es nur wenigen Berufsgruppen gestattet war, sich außerhalb der Stadtmauern niederzulassen, wie den Henkern, Scharfrichtern, Köhlern und Schäfern, reichte der Wohnraum innerhalb der Mauern bald nicht mehr aus. So kamen geschäftstüchtige Kaufleute und andere findige Hausbesitzer auf eine Idee: Sie brachen kleine Gänge durch die Vorderfronten ihrer Häuser, bauten winzige oft fensterlose “Buden” in den Hinterhöfen und vermieteten sie an Bedienstete, Tagelöhner, kleine Handwerker und einfache Seeleute mit ihren Familien. Die Verhältnisse waren ärmlich, dunkel und beengt. Anfangs waren die Buden aus Holz gebaut, später wichen sie aus Gründen des Brandschutzes steinernen Gebäuden. Bauvorschriften gab es nicht. Die Bauherren hatten angeblich nur eine einzige Vorgabe beim Durchbruch eines neuen Ganges zu beachten: Es musste ein Sarg hindurchpassen…

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64 Über Glück und Dankbarkeit Milchbar anno dazumal 66