73 Pilgern und pilgern lassen

To Salicheyd meyner Selen! Pilgerreisen gehörten im Mittelalter zu einem gottesfürchtigen Leben dazu. Wer selbst keine Zeit hatte zu pilgern, konnte auch pilgern lassen.

Zeitraum: seit dem Mittelalter
Wahrheitsgehalt:
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Zeitzeugen: Gertrudenherberge als Pilgerherberge

Professionelle Wallbrüder und -schwestern machten sich gegen Bezahlung auf die Reise und trugen so zum Seelenheil ihres Auftraggebers bei. Pilgerabzeichen am Mantel oder Hut, die nur am Wallfahrtort selbst von lizensierten Handwerkern hergestellt wurden, dienten als Zeichen der Frömmigkeit und Beweis einer erfolgreichen Wallfahrt. Das bekannteste Beispiel ist die Jakobsmuschel als Abzeichen für das Pilgern auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Auch St. Jakobi in Lübeck war im Mittelalter Anlaufstelle für Pilgernde auf dem Weg nach Nordspanien zum Grab des Heiligen Jakobus. Sie kamen auf den drei großen Pilgerwegen von Osten auf der Via Baltica und von Norden auf der Via Jutlandica und Via Skandinavica. Die Pilger erhielten in der Gertrudenherberge in der Großen Gröpelgrube freie Kost und Logis und konnten sich drei Tage lang ausruhen, bevor sie wieder weiterziehen mussten. Übrigens: 2009 wurden die drei alten Pilgerrouten neu markiert und von vielen Menschen wiederentdeckt.

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