76 Aufstand der Knochenhauer

Die Knochenhauer – heute würde man Fleischer sagen – wohnten im mittelalterlichen Lübeck in der nach ihnen benannten Fleischhauerstraße, ganz in der Nähe der Schlachthäuser an der Wakenitz vor den Toren der Stadt.

Zeitraum: 1384
Wahrheitsgehalt:
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Zeitzeugen: Fleischhauerstraße

Knochenhauer war ein angesehener Beruf und so manch einer brachte es durch den zusätzlichen Handel mit lebendem Vieh zu einigem Vermögen. Allerdings durfte die Zunft der Knochenhauer - sehr zu ihrem Verdruss - nicht in der Stadt mitbestimmen, denn der Rat war fest in der Hand der Kaufleute und so sollte es auch bleiben. 1380 gab es erstmals „Lerm“ unter den selbstbewussten Knochenhauern in Lübeck und 1384 wäre es beinahe zu einem Aufstand der Knochenhauer gekommen, wenn er am Vorabend nicht verraten worden wäre. Der erboste Rat konfiszierte Häuser, Grundstücke und das Vermögen der Verschwörer. Manche Knochenhauer konnten fliehen, andere wurden hingerichtet: „Ihrer ward ein Theil hinausgeschleift, gerädert und gevierteilt….“.

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