78 Rätselhafter Rotspon

„Lübecker Rotspon” ist ein ganz besonderer Tropfen und gehört ebenso wie das Marzipan zu den Lübecker Spezialitäten. Der Name geht auf den niederdeutschen Ausdruck für "Span" - Holzspan - zurück.

Zeitraum: 1530
Wahrheitsgehalt:
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Zeitzeugen: Lübecker Rotspon

Rotspon war also ursprünglich Rotwein aus Holzfässern. Die Anfänge des Lübecker Rotweinhandels gehen auf das 13. Jahrhundert zurück. Damals kamen die ersten Koggen der Hanse an die französische Westküste und brachten Bordeaux-Weine mit. Bedeutung gewann der Weinhandel jedoch erst 1530, als der Lübecker Kaufmann Thomas Bugenhagen der Überlieferung nach als erster begann, Rotwein in größerem Maße einzuführen.

Seit dieser Zeit, und verstärkt vom 17. Jahrhundert an, wird französischer Rotwein in Lübeck "veredelt". Die erstaunliche Qualitätsverbesserung als Folge der Lagerung in Lübecker Weinkellern wurde zuerst im Jahre 1806 durch französische Offiziere erkannt. Nachdem Napoleons Armee die Stadt besetzt hatte, fanden die Offiziere, dass ihnen der Bordeaux aus Lübecker Weinkellern erheblich besser mundete als daheim. Man wollte der Sache später auf den Grund gehen. In Bordeaux wurden die gleichen Weine in mehrere Fässer abgefüllt. Einige blieben in Bordeaux, andere wurden nach Lübeck gebracht und dort eingelagert. Nach einer angemessenen Zeit der Reife und Lagerung ergab eine Weinprobe, dass die französischen Offiziere sich nicht geirrt hatten. Eine Erklärung dafür gibt es allerdings bis heute nicht.

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