79 Ein Gedicht

Zu Lübeck auf der Brücken,
da steht der Gott Merkur.
Er zeigt in allen Stücken
olympische Figur.

Er wusste nicht von Hemden
in seiner Götterruh;
drum kehrt er allen Fremden
den blanken Podex zu.

Zeitraum: seit dem 19. Jahrhundert
Wahrheitsgehalt:
  1.  
  2.  
  3.  
  4.  
  5.  
Zeitzeugen: Puppenbrücke

Dieses Gedicht stammt aus der Feder des Lübecker Stadtpoeten Emanuel Geibel (1815-1884)

Eine mögliche zweite Strophe haben sich die Lübecker ausgedacht:

Daneben auf der Brücke,
da steht noch ne Dame aus Stein,
sie sieht den verlängerten Rücken
und findet das gar nicht fein.
Sie sieht ihn schon hundert Jahre
und wäre sie nicht stumm,
dann hätte sie schon längst gesagt:
he´ Merkur, dreh dich doch mal um!

 

Puppenbrücke © Thomas Radbruch

Hier zu finden

78 Rätselhafter Rotspon Wer mit dem Tod tanzt 80